Sie haben Fragen, wir die Antworten!

In unserem beruflichen Alltag begegnen uns häufig Fragestellungen auf die es gar nicht so leicht ist eine konkrete, fundierte und sachkundige Antwort zu erhalten. Auf einige dieser Fragen möchten wir hier eingehen, sie erklären und beantworten.

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Unterweisung

Gemäß §12 Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber seine Beschäftigten über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu unterweisen hierzu zählt in jedem Fall die Anwendung von PSA gegen Absturz.

Die PSA-Benutzungsverordnung schreibt in § 3 Absatz 1 vor: “Bei der Unterweisung nach § 12 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber die Beschäftigten darin zu unterweisen, wie die persönlichen Schutzausrüstungen sicherheitsgerecht benutzt werden. Soweit erforderlich, führt er eine Schulung in der Benutzung durch.

Die DGUV Vorschrift 1 “Grundsätze der Prävention” besagt im § 31: “Für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen, hat der Unternehmer die nach § 3 Absatz 2 der PSA-Benutzungsverordnung bereitzuhaltende Benutzungsinformation den Versicherten im Rahmen von Unterweisungen mit Übungen zu vermitteln.”

Die Pflicht zur Unterweisung basiert also auf dem § 12 des Arbeitsschutzgesetzes. Ergibt sich als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, dass entsprechende Gefährdungen vorhanden sind, müssen Unterweisungen durchgeführt werden. Bei möglichen Auswirkungen wie Tod oder dauerhaften Gesundheitsschäden auch mit praktischer Übung.

Der DGUV Grundsatz 312-001 “Anforderungen an Ausbildende und Ausbildungsstätten zur Durchführung von Unterweisungen mit praktischen Übungen bei Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz und Rettungsausrüstungen” regelt wer unterweisen darf und wie die Unterweisung durchzuführen ist.

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Auch für Industriekletterer gilt die Unterweisungspflicht aus dem § 12 Arbeitsschutzgesetz. Für diejenigen, die sich in einem Beschäftigungsverhältnis bei einem Arbeitgeber befinden liegt die Pflicht der Unterweisung beim Arbeitgeber. Bei selbstständigen Einzelunternehmern liegt keine Verpfilichtung zur Unterweisung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes vor, hier verweist die DGUV-I 212-001 lediglich: “Die fachliche Eignung der Anwender und Anwenderinnen aller Ausbildungslevel ist durch eine jährliche Wiederholungsunterweisung bei einem/einer akkreditierten Zertifizierer/Zertifiziererin nachzuweisen. Anderenfalls wird spätestens 36 Monate nach der absolvierten Prüfung bzw. der letzten
Wiederholungsunterweisung eine Wiederholungsprüfung fällig.”

Bei den Internationalen Verbänden sieht die Sache folgendermassen aus, auch hier gilt das Deutsche Arbeitsschutzgesetz für alle diejenigen, die in Deutschland tätig sind. Die Rezertifizierung nach 3 Jahren bei SPRAT oder IRATA hat nichts mit Länderspezifischer Gesetzgebung zu tun, sondern mit den Zertifizierungsanforderungen des jeweiligen Verbandes. Die Internationalen Verbände verweisen hier grundsätzlich auf die Lokale Gesetzgebung. Das bedeutet für Inhaber Internationaler Verbandszertifikate gilt die jährliche Unterweisungpflicht durch den Arbeitgeber. Für Selbstständige Einzelunternehmer ergibt sich diese Verpflichtung nicht aus dem Arbeitsschutzgesetz heraus, eine Möglichkeit zur Unterweisung besteht letztendlich aber immer durch die verschiedenen Schulungsanbieter, ist aber nicht verpflichtend. Eine Wiederholungsunterweisung ersetzt auch nicht die Pflicht zur Rezertifizierung nach spätestens 3 Jahren durch den Verband.

Prüfung von PSAgA

Persönliche Absturzausrüstungen müssen als PSA, die gegen Lebensgefahr schützen soll, regelmäßig von sachkundigen (Befähigten) Personen auf Ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden, dies heißt mindestens alle 12 Monate und bei Bedarf auch öfter. Eine Verkürzung der Überprüfungsintervalle kann durch starke Beanspruchung, Kontamination mit Stoffen, die einen schädigenden Einfluss auf das Material haben oder Belastungen die durch einen Sturz verursacht werden, entstehen. Eine Befähigte Person ist, wer an einer mehrtägigen Qualifizierung in dem jeweiligen Teilbereich nach DGUV-G 312-906 teilgenommen und die Prüfung bestanden hat.